Schilde und Wälle
Teil 4 der Chaos in Wyoming-Reihe
Die Vereinigten Staaten und die Gemeinde von Bakerville stehen vor einer neuen Bedrohung – einer Bedrohung, die Amerika für immer verändern könnte.
Ein christlicher postapokalyptischer Survival-Roman über neue Bedrohungen, gefährliche Reisen, Familie, Glauben und den Kampf um einen sicheren Zufluchtsort.
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Perfekt für Leser, die Folgendes lieben:
- Christliche postapokalyptische Survival-Romane
- EMP- und Blackout-Geschichten
- Gefährliche Reisen durch ein zusammengebrochenes Amerika
- Familien und Gemeinschaften, die ums Überleben kämpfen
- Zufluchtsorte, die plötzlich nicht mehr sicher sind
- Glaube, Familie und Hoffnung inmitten der Katastrophe
- Saubere „Cozy Apocalypse“-Romane ohne drastische Inhalte
Über Schilde und Wälle
Die Vereinigten Staaten und die Gemeinde von Bakerville stehen vor einer neuen Bedrohung – einer Bedrohung, die Amerika für immer verändern könnte. Während die Nachbarn zusammenhalten, sorgen sich alle um ihre Freunde und Familien. Haben sie vor dieser jüngsten Gefahr Sicherheit gefunden?
Lindsey und Logan entkommen einer extremen Gefahr an der Westküste. Sie dachten, sie hätten das Schlimmste dieser Katastrophe überstanden, doch sie sind nicht auf das vorbereitet, was sie auf dem Weg nach Bakerville erwartet.
Die Schwestern Sylvia und Sabrina verlassen ihren Vorort von Phoenix, um sich ihrer Mutter und ihrem Stiefvater in Bakerville anzuschließen. Als ihnen das Benzin ausgeht, müssen sie die letzten rund 150 Meilen zu Fuß zurücklegen. Sind sie dieser Herausforderung gewachsen?
Jake und Mollie Caldwell haben einen Zufluchtsort für ihre Familie und Freunde geschaffen – einen Ort, an dem alle sicher sein können. Doch was geschieht, wenn die Gefahr in der vermeintlichen Sicherheit des eigenen Zuhauses lauert?
Schilde und Wälle ist der vierte Band von Chaos in Wyoming, Millie Coppers christlicher postapokalyptischer Survival-Reihe. Wenn Sie geheimnisvolle apokalyptische Ereignisse, gefährliche Reisen, neue Bedrohungen, rasante Abenteuer, Glauben und plausible Katastrophenszenarien mögen, setzen Sie die Reihe hier fort.
Chaos in Wyoming wurde von Lesern als „gemütliche Apokalypse“ beschrieben. Die Reihe enthält keine Kraftausdrücke, keine überflüssigen Sexszenen und keine übermäßig detaillierten, grausamen Todesszenen. Sie enthält jedoch konservative Familienwerte sowie Verweise auf Gott, Gebet, die Heilige Schrift und das Christentum.
Erstes Kapitel aus Schilde und Wälle lesen
Der Schmerz in meinem Nacken ist unmittelbar und unerträglich. Ich liege mit dem Gesicht nach unten und küsse den Bürgersteig. Er ist auf mir, reißt an meinen Haaren, begrabscht mich. Der Gestank ist unerträglich. Ammoniak. Schweiß. Schnaps.
Er grunzt, als er an meinem Mehrzweckgürtel reißt. Ich liege so, dass meine Waffe eingeklemmt ist. Nutzlos.
Er greift unter meine rechte Seite und versucht, mich auf den Rücken zu drehen. Ich kralle mich am Beton fest und widersetze mich seinen Bemühungen. Ich drehe meinen Kopf zur Seite, mache meinen Körper flach. Mir bietet sich der Anblick eines pockennarbigen Gesichts und fettiger Haare. Sein dürrer Unterarm drückt gegen meine Wange.
»Wehr dich, Baby. Wehr dich«, lallt er. »Wir haben jetzt doch unseren Spaß.«
An seinem dürren Arm und den hohlen Wangenknochen erkenne ich, dass er durch ständigen Drogenmissbrauch ausgemergelt und kränklich ist. Und vielleicht ein Säufer. Das könnte mir in die Hände spielen.
Ich bin in ausgezeichneter Verfassung und keineswegs eine kleine Frau. Ich bin groß, fast einen Meter achtzig. Mein tägliches Training sollte mir einen Vorteil gegenüber einem dürren, heruntergekommenen Säufer verschaffen. Jedenfalls hoffe ich, dass er nur betrunken ist und nicht auf einem PCP- oder Meth-Trip, der seine Kraft pharmazeutisch steigert und ihm zusätzlich das Gefühl der Unverwundbarkeit verleiht.
Ich stemme meine Füße in den Boden und beginne, wegzukriechen – ich brauche etwas Abstand zwischen uns. Er lässt mich gerade lange genug los, um ein Stück zerbrochenen Beton aufzuheben und es mir in die hintere Oberschenkelmuskulatur zu rammen.
Ich schreie auf. Hat er mir das Bein gebrochen? Ich rutsche weiter und ziehe mein verletztes Bein hinter mir her.
»Nun, Baby, sei nicht so. Ich will dir nicht wehtun … zu sehr. Das kann für uns beide gut werden.«
Endlich ist etwas Abstand zwischen uns, mehrere Meter.
Ich rolle mich auf den Hintern und ziehe meine Dienstwaffe. »Stehen bleiben. Sofort.«
Seine Augen – glasig und unstet … tot wirkend – senken sich leicht und mustern meine Glock. Ein Mundwinkel kräuselt sich nach oben. Er öffnet den Mund, stößt ein kehliges Brüllen aus, beugt dann die Knie und springt auf mich zu.
Ich drücke ab. Der erste Schuss trifft ihn direkt in die Brust. Der zweite, der unmittelbar darauf folgt, erwischt seine Schulter. Er wird zurückgeworfen und landet auf dem Boden.
Ich halte meine Glock auf ihn gerichtet und achte auf jede Bewegung. Er saugt hörbar Luft ein, dann entweicht ihm ein lautes Rasseln. Sein Brustkorb bebt mehrmals, während das Blut ungehindert fließt. Sein linker Arm zuckt und bewegt sich in Richtung des fallengelassenen Betonstücks. Die Bewegung erstirbt.
»Hey«, sagt eine raue, flüsternde Stimme. »Hey, Officer, sind Sie okay? Kann ich Ihnen helfen?«
Mit der Glock im Anschlag drehe ich meinen Oberkörper.
»Warten Sie, warten Sie«, sagt die Dame. »Wir können Ihnen helfen.« Mit erhobenen Händen deutet sie mit dem Kopf auf den Mann, der neben ihr steht. Mit weit aufgerissenen Augen hat auch er die Hände oben.
Ich lasse die Glock auf meinen Oberschenkel sinken.
Vor ein paar Tagen hätte ich einen Partner gehabt, der mir hätte helfen, der mir den Rücken hätte freihalten können. Aber alles änderte sich, als der Strom ausfiel.
In San Jose, wo ich für die Polizei arbeite, gab es schon bei eingeschaltetem Strom einen hohen Anteil an Gewalt. Ich bin seit etwa achtzehn Monaten beim SJPD. Ich gehöre zum Bureau of Field Operations, oder BFO, was viele als Streifenpolizistin bezeichnen würden.
Das war eine große Veränderung gegenüber meiner ersten Stelle nach der Polizeischule. Ich war eine von achtundsechzig vereidigten Beamten in einer kleinen Stadt mit hunderttausend Einwohnern südlich von Seattle. Beim SJPD sind wir knapp tausend, die der Stadt mit über einer Million Einwohnern dienen. An einem normalen Tag kann es schon verrückt zugehen … was wir in letzter Zeit erlebt haben, ist alles andere als normal.
Ich arbeite in der Southern Division, und größtenteils lief seit dem Absturz der Flugzeuge am Donnerstagabend alles wie gewohnt.
Na ja, meistens wie gewohnt. Bis Sonntag, als die Dinge anfingen, ein wenig seltsam zu werden. Als meine Schicht endete, waren wir von seltsam zu schlimm übergegangen – sehr schlimm.
Als ich am Montag zu meiner regulären Schicht erschien, stellte ich fest, dass wir über Nacht die Hälfte unserer Truppe verloren hatten. Einige hatten gekündigt, einige wurden einfach vermisst und ein paar waren getötet worden. Zu sagen, wir wären erschüttert gewesen, wäre eine Untertreibung.
Mein regulärer Partner ist einer der Vermissten. Ich wollte bei ihm zu Hause vorbeischauen und nach ihm sehen, aber wir wurden angewiesen, Benzin zu sparen. Ich überlegte, nach der Arbeit in meiner Freizeit dorthin zu fahren, wusste aber, dass es auch notwendig war, mein privates Benzin zu sparen.
Seit gestern fahren wir nicht mehr, sondern gehen Streife – allein. Glücklicherweise ist mir ein Gebiet ziemlich nahe am Hauptquartier der Division zugewiesen. Gestern war alles in Ordnung.
Aber heute habe ich wohl nicht gut genug aufgepasst. Stets wachsam zu sein, ist etwas, das ich immer versucht habe zu praktizieren. Warum nicht heute? Man sollte meinen, dass ich bei allem, was passiert, wachsamer wäre als je zuvor.
»Können wir Ihnen beim Aufstehen helfen?«, fragt die Dame.
»Ich … ich bin nicht sicher. Er hat mich mit dem Betonblock geschlagen.« Ich hebe die Hand, um mir übers Gesicht zu wischen. Blut. Und wahrscheinlich Tränen.
Ich richte den Rücken auf, um mich zusammenzureißen. Was müssen diese beiden von mir denken? Tränen haben zuweilen das Gewicht der Sprache … Ja, danke, Ovid. Aber nicht jetzt. Ich repräsentiere das SJPD. Ich hebe meine Dienstmütze auf und setze sie wieder auf meinen Kopf. Mützen gehören nicht mehr zu unserer täglichen Uniform, zumindest nicht, als wir noch gefahren sind. Es wurde beschlossen, dass wir sie jetzt tragen sollen, da wir zu Fuß unterwegs sind, um mehr Präsenz zu zeigen. Hat mir nicht viel geholfen.
»Ja, wir haben gesehen, wie er Sie geschlagen hat«, sagt der Mann. »Wir waren nur ein Stück weiter auf dem Bürgersteig. Wir wollten helfen, aber …« Seine Stimme wird leiser, während er kleinlaut und verlegen mit den Schultern zuckt.
Ich stecke meine Waffe weg, als sie mir beim Aufstehen helfen. Der Schmerz ist intensiv, nicht nur in meinem Bein, sondern auch in meinem Nacken und Rücken. Blut tropft von meinem Arm.
Ich versuche, mein Funkgerät zu benutzen, aber es funktioniert nicht. Es muss im Kampf beschädigt worden sein.
»Was sollen wir mit … mit ihm tun?«, fragt die Frau.
Ich atme tief durch und schließe für einen Moment meine Augen. Was sollen wir mit ihm tun?
»Ich bin mir nicht sicher, ob ich ihn bewegen kann«, sagt der Kerl mit einem leichten Schaudern.
»Nein, wahrscheinlich nicht«, stimme ich zu.
Ich sehe mich um. Wir befinden uns am Rande einer Gasse – einer sehr unaufgeräumten Gasse, in der der Gestank von Müll überhandzunehmen beginnt. Wie das SJPD sind auch andere städtische Dienste – Feuerwehr, Krankenwagen, Bibliotheken, Schulen und die Müllabfuhr – nur eingeschränkt verfügbar oder ganz eingestellt. Es fahren keine Müllwagen, und der Geruch der Stadt grenzt an Beleidigung. Das Schlimmste daran ist, dass es erst vier Tage her ist, seit die Lichter ausgingen und alles zusammenbrach.
Wie wird es in einer Woche aussehen? In zwei Wochen? Der Gestank wird unerträglich sein.
Ich öffne eine kleine Tasche an meinem Mehrzweckgürtel und ziehe eine thermische Notfalldecke heraus, diese billige aus dem Weltraumzeitalter. Es ist praktisch, sie zur Hand zu haben, um zu verhindern, dass Menschen in einen Schockzustand geraten, bevor ein Krankenwagen eintrifft. Sie wird auch funktionieren, um den toten Mann zu bedecken.
Ich habe ihn getötet.
Ich zittere so sehr, dass ich die versiegelte Verpackung nicht aufbekomme. Der barmherzige Samariter bietet seine Hilfe an. Er benutzt seine Zähne, um die Verpackung zu öffnen, dann kämpft er damit, die klebrige Mylarfolie zu entfalten, während sie knisternd protestiert. Ich sehe zu, wie die Frau ihm hilft.
»Warten Sie. Lassen Sie mich seine Papiere holen, bevor Sie ihn zudecken.«
Eine klobige, blutbespritzte Silberkette hängt schlaff von seiner rechten Hüfte, der große Verschluss in einer Gürtelschlaufe eingehakt. Der Kette folgend, hebe ich seine Hüfte leicht an und ziehe eine große schwarze Brieftasche aus seiner Gesäßtasche. Die Brieftasche hat eine aufwendige Punzierung und Nähte mit einem silbernen Totenkopf in der Mitte. Der Totenkopf ist, wie der Rest der Brieftasche, blutbespritzt. Ich suche schnell nach seinem Führerschein.
Stanley James Parker. Ich vergleiche das Foto auf dem Führerschein mit dem toten Kerl. Dem Kerl, den ich getötet habe.
Er ist es, aber definitiv ein Foto aus besseren Zeiten. Er hatte mehr auf den Rippen und eine bessere Haut. Auf dem Foto sind seine Haare sauber und gestylt. Und er lächelt. Ein nettes, gesundes Lächeln wie vom Jungen von nebenan. Der Kerl auf dem Beton sieht ganz anders aus. Und nicht nur, weil er tot ist.
Ich trete von Stanley James Parker zurück, als das Paar ihn mit der Decke zudeckt. Der Mann schnappt sich ein paar kleine Betonstücke, um jede Ecke zu beschweren. Dann helfen sie mir, zurück zum Hauptquartier zu humpeln.
Der Empfangsraum ist überfüllt, die Menschen stehen bis hinaus auf die Stufen. Ich danke dem Paar und versichere ihnen, dass ich von hier an allein zurechtkomme. Ich stütze mich am Gebäude ab und bahne mir meinen Weg zu einer Seitentür. Normalerweise benutzen wir einen elektronischen Code, um die Tür zu öffnen, aber da der Strom weg ist, funktioniert das Tastenfeld nicht. Jemand soll in der Nähe sein, um uns hereinzulassen, nachdem er überprüft hat, wer an der Tür ist.
Ich klopfe den Code – dreimal kurz, Pause, zweimal lang. Nach einer guten Minute ruft eine weibliche Stimme. »Ja?«
»Lindsey Maverick, allein und verletzt«, antworte ich.
»Was?«
Ich räuspere mich und versuche es noch einmal, diesmal lauter. Die Tür öffnet sich einen Spalt, und eine zivile Hilfskraft späht heraus.
»Oh, nein«, keucht sie, greift nach mir und hilft mir zu einem nahen Stuhl. »Bewegen Sie sich nicht. Ich hole Hilfe.« Sie rennt den Flur hinunter.
In weniger als einer Minute kehrt sie mit Sergeant Cunningham zurück. Er war Sanitäter in der Armee und ist wahrscheinlich der Qualifizierteste im Gebäude, um mich zu untersuchen.
Sein erster Gesichtsausdruck verrät mir, dass ich ungefähr so aussehe, wie ich mich fühle. Er setzt schnell eine professionelle Maske auf und bellt: »Maverick, Bericht.«
»Ich … ich weiß nicht, Sir. Ich wurde von hinten angegriffen. Ich musste … er ist tot, Sir.« Ich kämpfe darum, die Fassung zu bewahren. Es würde nichts nützen, wenn ich in Tränen ausbräche.
»Wo?«
»Im nächsten Block. Ein Paar hat mir geholfen. Danach. Sie haben mir geholfen, zurückzukommen. Ich habe die Papiere des Kerls mitgenommen.« Ich ziehe seinen Führerschein aus meiner Tasche.
Sarge untersucht mich mehrere Minuten lang. »Morgen werden Sie noch mehr Schmerzen haben. Sie werden auch ein hübsches Veilchen haben. Die gute Nachricht ist, dass Sie sich anscheinend nichts gebrochen haben. Haben Sie das Bewusstsein verloren?«
»Nein.«
Es wurde nicht ausgesprochen, aber ich wusste, dass ein Krankenhausbesuch nur als letzte Option infrage käme. Im Krankenhaus geht es drunter und drüber und es ist völlig überlastet.
Meine Mutter liest viele Bücher über das »Ende der Welt« und sie erzählt mir immer wieder Teile von dem, was sie liest. Manchmal höre ich nur mit halbem Ohr zu. Sie redet davon, Krankenhäuser zu meiden, wenn es schlimm kommt, falls es irgendwie möglich ist.
Wir befinden uns gerade in unserer eigenen Weltuntergangssituation. Nicht so schlimm wie in einigen dieser verrückten Bücher, aber es sieht nicht allzu gut aus. Ich wünschte, die Telefone würden funktionieren, damit ich sie anrufen könnte. Sie und ihr Mann Evan machen sich wahrscheinlich große Sorgen um meine Sicherheit.
Mir ist schmerzlich bewusst, wie knapp ich dem Tod entkommen bin. Wäre Stanley James Parker mit etwas mehr als einem zufällig herumliegenden Betonbrocken bewaffnet gewesen, wäre ich tot.
Hätte Sarge jemanden ausgeschickt, um nach mir zu suchen, wenn ich am Ende meiner Schicht nicht aufgetaucht wäre? Wenn nicht, würde mein Mann jemals erfahren, was passiert ist? Würde sich Mom immer fragen, was geschehen ist?
»Nun, Maverick, Sie werden es überleben.« Er reicht mir ein feuchtes Tuch aus dem Sanitätskasten und deutet auf mein Gesicht. Ich tupfe mir sanft unter die Nase, was wieder Blut zum Vorschein bringt.
»Sie sollten wahrscheinlich in den Umkleideraum gehen und sich richtig saubermachen. Benötigen Sie jemanden, der Ihnen hilft?«
»Nein, Sir. Ich komme zurecht.«
»Gut genug also.«
»Danke, Sarge. Und was jetzt? Zur internen Ermittlung?«
»Nicht zu diesem Zeitpunkt. Füllen Sie einen Ereignisbericht aus, dann kümmern wir uns später darum.«
Die Dinge haben sich in so kurzer Zeit so sehr verändert. Nur einen Ereignisbericht ausfüllen, nachdem man einen Mann getötet hat? Wir haben sehr strenge Richtlinien, die bei einem Schusswaffengebrauch durch einen Beamten zu befolgen sind. Transparenz wird beim SJPD großgeschrieben, und die Ermittlungen haben extrem präzise Schritte, die bis auf den Buchstaben befolgt werden.
»Geben Sie nur die Adresse an, wo Sie die Leiche zurückgelassen haben.«
»Natürlich, Sarge.« Ich nicke. Das Fehlen von Papierkram und nicht einmal ein Gespräch mit der Mordkommission machen mir furchtbare Angst.
»Ruhen Sie sich ein wenig aus. Stellen Sie sicher, dass Sie wieder bei Sinnen sind, und machen Sie dann Feierabend. Wir haben niemanden, der Sie nach Hause fahren kann, also stellen Sie sicher, dass Sie fahrtüchtig sind, bevor Sie losfahren.«
Obwohl ich in der Southern Division arbeite, wohne ich weiter nördlich in der Foothills Division, nicht weit vom Alum Rock Park. Logan und ich haben eine Einzimmerwohnung mit Garage und zahlen ein kleines Vermögen dafür. Wir würden noch mehr bezahlen, wenn wir näher an meinem Bezirk wohnen würden.
Ich gehe in den Umkleideraum. Das Wasser auf der Wache funktioniert nicht mehr auf Abruf. In bestimmten Bereichen sind jetzt Wasserstationen eingerichtet, an denen die Leute ihre Kanister füllen können. Jemand hat ein paar Kanister zum Waschen und Eimer zum Spülen bereitgestellt. Es gibt erhebliche Bedenken, wie lange die Kanalisation noch funktionieren wird, irgendwas mit den elektrisch betriebenen Pumpen. Sie laufen im Moment mit Generatoren, aber wir alle wissen, dass das nur eine kurzfristige Lösung ist. Der Müllgestank wird noch das geringste Problem sein, wenn die Kanalisation überläuft. Wenigstens funktioniert das Wasser zu Hause noch. Darüber bin ich super froh.
Ich werfe einen Blick in den Spiegel Huch. Lindsey Maverick, du siehst ja schlimm aus.
Über meiner Augenbraue ist ein Schnitt, beide Augen sind geschwollen, und eines wird zweifellos blau werden. Mein Kiefer ist geprellt. Meine Haare, die ich normalerweise im Nacken zu einem Dutt trage, sind teilweise offen. Mehrere blonde Strähnen hängen mir über die Schultern. Der Kragen meiner Uniform ist zerrissen und hängt lose herab, die oberen beiden Knöpfe fehlen, und mein weißes Tanktop blitzt hervor. Das Hemd ist halb aus der Hose gezogen. Meine Hose hat einen Schlitz am Knie. Ich beuge mich vor, um es zu inspizieren, was ein gut aufgeschürftes Knie zum Vorschein bringt, in das sich Kiesstückchen gedrückt haben. Reizend.
Ich setze den Stöpsel ins Waschbecken und lasse ein wenig Wasser ein, wasche zuerst meine Hände. Das Wasser färbt sich schnell schlammig rot – Blut und Schmutz. Ich lasse das Wasser ab, setze den Stöpsel wieder ein und fülle frisches Wasser nach, dann wasche ich mir vorsichtig das Gesicht. Als Nächstes kümmere ich mich um mein Knie. Alles brennt, als das Wasser es berührt. Sobald ich einigermaßen sauber bin, richte ich meine Haare. Der Dutt ist zwar nicht so ordentlich, wie ich es gerne hätte, aber er sieht besser aus. Ich stecke meine Uniform wieder in die Hose, obwohl ich weiß, dass ich gegen die Schnitte und Risse nichts tun kann, bis ich zu Hause ein Nähset zur Hand habe.
Nachdem ich mich für präsentabel halte, gehe ich in den Aufenthaltsraum, um den Papierkram zu erledigen. Während ich meinen Ereignisbericht fertigstelle, macht Sarge die Runde und verkündet, dass wir fertig sind.
Vollständig und endgültig fertig.
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Als Nächstes in der Reihe: Die Schlinge des Vogelstellers
Selbst in der Apokalypse ist es schwer, ein Geheimnis zu bewahren.
Mollie und Jake Caldwell haben Jahre damit verbracht, sich auf das Unbekannte vorzubereiten. Doch während die Menschen von Bakerville versuchen, in dieser chaotischen neuen Welt gemeinsam zu überleben, drohen alte und neue Geheimnisse, Beziehungen zu zerstören und Leben zu kosten. Wem können sie noch vertrauen?
Über Millie Copper
Millie Copper schreibt christliche postapokalyptische Romane und praktische Sachbücher, inspiriert von ihren Erfahrungen mit Krisenvorsorge, Selbstversorgung und einem unabhängigen Lebensstil.
